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Ein voller Erfolg für Molière und seine Sprache
Theater Ravensburg
DIE DEUTSCH-FRANZÖSISCHE GESELLSCHAFT RAVENSBURG-WEINGARTEN
spielt in französischer Sprache und mit eigenen Kräften
M O L I È R E
L E T A R T U F F E
Aus Anlass ihres 50-jährigen Jubiläums nahm sich die DFG Ravensburg-Weingarten eine Menge besonderer kultureller Veranstaltungen vor. Höhepunkt sollte eine
Theateraufführung in französischer Sprache sein. Man beauftragte Wolfgang Peters, Vizepräsident und pensionierter Französischlehrer mit Theatererfahrung, ein französisches Stück und interessierte Leute zu finden.
Das war vor zwei Jahren ... So weit, so gut.
Dass Wolfgang Peters dann eigentlich Unmögliches ins Auge fasste, wagte niemand offen auszusprechen: ein Stück aus der französischen Klassik in der Sprache des
17. Jahrhunderts, dazu noch in Versen und einem völlig veralteten Wortschatz, und das vor einem mehrheitlich deutschen Publikum, das heute ohnehin kaum mehr Französisch lernt – das war eine kaum zu überbietende
Utopie. Dazu kam, dass sogar einige mutige deutsche Mitspieler nur geringe Französisch-Kenntnisse
besaßen und kaum in der Lage waren, sinnvoll Verse zu sprechen. Doch man ging das Wagnis ein, zwei Jahre lang arbeitete man verbissen, aber immer mit Spaß. Mehrfach fielen im Laufe der langen Zeit Spieler aus, die man ersetzen musste; dann begann die Arbeit von vorn. Aber irgendwann war es so weit: Man mietete das Theater Ravensburg für zwei Aufführungen im November 2007. Man hatte sich sogar den Luxus einer Doppelbesetzung in wichtigen Rollen erlaubt. Und das Ergebnis?
Keinesfalls das prophezeite Desaster! Zweimal war das Theater zum Brechen voll, so dass wir jetzt im Februar 2008 eine dritte Aufführung anberaumten; auch diese war ebenfalls nahezu voll!
Das Konzept
der Inszenierung bestand aus einer auf das Nötigste reduzierten Bühnenausstattung: ein Tisch, zwei Stühle, drei symmetrisch angeordnete weiße Tore, alles vor schwarzem Horizont – dieser schwarzen Komödie über die
Heuchelei der Machtsüchtigen angemessen
Die Kostüme waren eher zeitlos, aus einem undefinierbaren bürgerlichen Jahrhundert. Der Text war um zeitbezogene Passagen gekürzt; die Gestik und Mimik waren von der
Regie her darauf angelegt, den Sinn der Verse nachzuzeichnen. So konnte man auch das weniger sprachkompetente Publikum fesseln. Der Gesandte des Königs, der als „Deus ex Machina“ die hoffnungslos verfahrene,
tragische Situation der Familie Orgon am Schluss anscheinend gegen jede Logik löst, erschien als prächtiger barocker Herrscher, eine Art Louis XIV., also als eine Kunstfigur.
Die DFG Ravensburg-Weingarten
kann mit der Erfahrung dieses Erfolges nur allen anderen DFG’s in Deutschland dazu raten, mutig die (gerade auch klassische) französische Kultur in unserem Lande zu pflegen.
Madame Pernelle Nathalie Kerkhoff / Claudia Gnann Orgon Matthias Freund
Elmire Marjorie Shaperelle / Karin Krächter Damis Dominique Freund / Daniela Hihn Mariane Leonie Zeeb / Regina Zimmermann
Valère Christoph Stehle Cléante Marco Lee / Christoph Freund Tartuffe Ulrich Burckhard / Patrick Schellhorn
Dorine Danielle Bellemare-Lee / Monique Rezbach Monsieur Loyal Dietmar Schlecht L’Exempt Wolfgang Peters Flipote Manon Shaperelle
Bühnenbild Jean-Pierre Manchon / Wolfgang Peters Inszenierung Wolfgang Peters
Aufführungen 11. November 2007 13. November 2007 17. Februar 2008
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