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Die Theatergruppe der Deutsch-Französischen Gesellschaft Ravensburg-Weingarten bringt sich achtzehn Monate nach ihrem Erfolg mit Moliées “Tartuffe” wieder in Erinnerung. In einer Bearbeitung
und Einstudierung durch Wolfgang Peters spielt sie mehrere Ein- bzw. Zweiakter des Komödien autors und Schauspielers Sacha Guitry an einem Abend.
Der französische Autor führte in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die Tradition des Pariser Boulevardtheaters weiter und wurde bisweilen ein “zeitgenössischer Moliére” genannt. Auch war er eine
Gallionsfigur der frühen französischen Filmgeschichte. Alle vier Stücke spielen in der Welt des Theaters und kreisen um die Erkenntnis, dass die Komödie als “Abbild”
der realen Welt zunächst eine Schule des Lügens ist, eine Welt des Scheins und der Verstellung. Und nur wer gut lügt, kann auch Komödie spielen. Ihr eigentlicher Sinn aber ist, dass durch die Verstellung
hindurch plötzlich die Wahrheit blinzelt, bis sie schließlich unvermittelt und nackt ans Tageslicht tritt.
Die Sprache Guitrys ist elegant, spielerisch und geistreich bis an den Rand der Frivolität, ohne jedoch je abzugleiten. Außerdem ist sie für einigermaßen sprachkundige Deutsche gut zu verstehen.
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